Angst vor der Kamera und vor Publikum: Vier Tipps, mit denen es leichter wird
Warum Sie es nicht allen recht machen müssen, wohin Sie bei einer Rede schauen und was eine vergessene Waschmaschine mit Ihrer Präsentation zu tun hat.
„Hattest du nie Angst, vor der Kamera zu stehen oder vor Publikum zu sprechen?“ Diese Frage höre ich oft. Die ehrliche Antwort: nein, nie. Ich kann mit gutem Gewissen sagen, ich wurde als Rampensau geboren.
Dieses Glück haben nicht alle. Viel häufiger höre ich: Ich habe Angst, vor Menschen zu sprechen. Ich habe Angst vor einem Blackout. Ich kann meine Stimme nicht hören. Ich mag mich nicht anschauen.
Nicht aus jedem wird gleich eine Rampensau. Mit ein paar Tipps schaffen Sie es aber in kurzer Zeit zum Rampenferkerl.
Tipp 1: Machen Sie „I don't give a shit“ zu Ihrem Leitmotto
Dieser Tipp gilt vor allem, wenn Sie gerade eine Personenmarke aufbauen und in den sozialen Medien vor die Kamera treten.
Hier darf ich meinen verstorbenen Vater zitieren. Als meine innere Kritikerin einmal besonders laut war, hat er zu mir gesagt:
„Natasha, es muss sich erst einmal jemand trauen, sich so wie du nach vorne zu stellen, und es besser machen als du. Solange das niemand tut, hat auch niemand das Recht zu kritisieren.“
Beim Aufbau einer Personenmarke muss Ihnen klar sein: Sie können es ohnehin nicht allen recht machen. Und Sie werden mit jedem Video besser.
Tipp 2: Sprechen Sie in die Kamera wie zu Ihrer besten Freundin
Stellen Sie sich beim Sprechen in die Kamera Ihre beste Freundin vor oder einen Menschen, der Ihnen wohlgesonnen ist. Sprechen Sie Ihre Botschaft zu ihr oder ihm. Das macht es deutlich leichter.
Tipp 3: Schauen Sie vor Publikum über die Köpfe hinweg
Bei einer Rede oder Präsentation suchen Sie sich einen Punkt hinter der letzten Reihe und schauen über alle Köpfe hinweg. So kommen Sie nicht in die Verlegenheit, Blickkontakt mit jemandem zu halten, der Sie aus dem Konzept bringen könnte.
Tipp 4: Nehmen Sie Unruhe im Publikum nicht persönlich
Wenn jemand auf die Uhr schaut oder mit dem Sitznachbarn tratscht, hat das in den wenigsten Fällen mit Ihnen zu tun. Sie wissen nicht, was in diesem Kopf gerade vorgeht.
Vielleicht hat die Person wenig geschlafen. Vielleicht ist ihr eingefallen, dass die Waschmaschine noch läuft. Oder sie hat Terminstress. Sie wissen es nicht.
Wann die Unruhe doch mit Ihnen zu tun hat
Es gibt eine Situation, die wirklich mit Ihnen zu tun hat: Sie sagen etwas, und plötzlich macht sich im ganzen Saal Unruhe breit. Dann haben Sie entweder etwas Kontroverses gesagt, oder Ihre Präsentation dauert schon zu lange.
Beim Kontroversen hilft es, direkt darauf einzugehen: „Ich weiß, das wird viel diskutiert. Ich gehe am Ende meiner Präsentation darauf ein.“ Oder: „Ich stehe danach für Fragen zur Verfügung.“ Dauert es zu lange, kommen Sie zum Ende.
Mit jedem Mal wird es leichter
Wenn Sie oft genug aus Ihrer Komfortzone treten, werden Sie sehen: Es wird mit jedem Mal leichter. Das hilft übrigens auch in vielen anderen Lebenslagen.
Häufige Fragen zu Kamera-Angst und Redeangst
Warum klingt meine Stimme auf Aufnahmen so fremd?
Beim Sprechen hören Sie Ihre Stimme auch über die Knochen des Schädels, das lässt sie für Sie tiefer und voller klingen. Eine Aufnahme gibt nur den Schall über die Luft wieder. So hören Sie alle anderen schon immer.
Wie werde ich vor der Kamera lockerer?
Sprechen Sie zu einem wohlgesonnenen Menschen statt zur Linse. Und machen Sie Videos: Jedes einzelne macht das nächste leichter.
Wohin schaue ich bei einer Präsentation?
Für den Anfang auf einen Punkt hinter der letzten Reihe, über die Köpfe hinweg. So bringt Sie kein einzelnes Gesicht aus dem Konzept.
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